In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wird die „Düsseldorfer Tabelle“ geändert. Meist erfolgt eine Erhöhung der ausgewiesenen Unterhaltsbeträge.

Wie das Oberlandesgericht Düsseldorf am 07.11.2016 bekannt gab, wird zum 01.01.2017 eine Erhöhung erfolgen.

Die Erhöhung betrifft zunächst den so genannten Mindestunterhalt. Er wird voraussichtlich für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres (1. Altersstufe) sodann 342 € statt bisher 335 € betragen, für Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres (2. Altersstufe) sind 393 € statt bisher 384 € geplant und für Kinder vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit (3. Altersstufe) sollen sodann 460 € statt bisher 450 € monatlich gezahlt werden müssen. Auch der Bedarf eines volljährigen Kindes (4. Altersstufe) soll erhöht werden. Dies von 516 € bisher auf 527 €.

Die Erhöhung des Mindestunterhalts wird sodann auch zur Änderung der Bedarfssätze der 2. bis 10. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle führen.

Die Selbstbehaltsbeträge sollen laut Mitteilung des Oberlandesgerichts Düsseldorf gegenüber der Tabelle 2016 unverändert bleiben. Der dem Unterhaltsschuldner zu belassende Selbstbehalt wurde letztmals zum 01.01.2015 angehoben.

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen. Dieses beträgt derzeit für ein erstes und zweites Kind 190 €, für ein drittes Kind 196 € und für das vierte und jedes weitere Kind 221 €. Der Gesetzgeber hat eine Erhöhung des Kindergeldes für das Jahr 2017 angekündigt. Eine Entscheidung über die Erhöhung ist für Mitte Dezember 2016 vorgesehen. Sobald die Höhe des Kindergeldes für 2017 endgültig feststeht, werden voraussichtlich auch die Anmerkungen zur Düsseldorfer Tabelle veröffentlicht werden. Diese Anmerkungen werden sodann auch die „Zahlbetragstabellen“ enthalten, die den Unterhalt nach Abzug des hälftigen bzw. bei volljährigen Kindern des vollen Kindergeldes ausweisen.

Jeder Betroffene, sei er unterhaltsberechtigt oder unterhaltsverpflichtet, sollte überprüfen, ob diese Änderung der Düsseldorfer Tabelle auf seinen konkreten Fall Auswirkungen mit sich bringt.

Im Zweifel sollten bestehende Regelungen durch einen Fachanwalt für Familienrecht überprüft werden.